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Öfter mal loben

In der Hundeerziehung wird viel über Strafe diskutiert: Wie viel Strafe darf sein? Welche Strafe darf sein? Wann darf man strafen?

Kaum jemand fragt mich, wie oft er seinen Hund loben darf. Dabei sollte das doch eigentlich die Grundlage jeder Erziehung sein, egal ob Hund oder Mensch.

Ob Mensch oder Hund: Jemand, der immer nur hört, dass er dieses und jenes nicht darf und die dritte Variante bitteschön auch sein lassen soll, der entwickelt vor allem eines: Frust.

Dabei wäre es doch so einfach, die Dinge, die gut laufen, nicht für selbstverständlich zu nehmen, sondern zu sagen, dass sie einem gefallen.

In diesem Punkt kann man die Hundeerziehung durchaus mit einer Beziehung unter Menschen vergleichen. Ein Partner, der immer nur an dem anderen herumnörgelt und nie ein positives Wort für ihn übrig hat, der wird früher oder später merken, dass dieses Verhalten zu einer schlechten Stimmung führt.

Denkt man hingegen daran, sich für die vielen vermeintlichen Selbstverständlichkeiten auch hin und wieder mal zu bedanken, dann liegt gleich viel bessere Laune in der Luft.

Tun wir doch dasselbe mit unseren Hunden. Nehmen wir an, ihr hättet einen Hund, der ständig auf das Sofa springt, obwohl er das nicht soll. Statt nun immer nur zu schimpfen, wenn er das tut, solltet ihr darauf achten, ihn auch immer dann mit freundlichen Worten zu loben, wenn er auf erlaubten Plätzen (also auf dem Boden oder in seinem Körbchen) liegt. Vielleicht hat ihm bisher einfach nur die Erkenntnis gefehlt, dass ihr es gut findet, wenn er sich so verhält.

Die allermeisten Hunde sind sehr darauf bedacht, sich so harmonisch wie möglich in ihre Familie einzufügen. Sie wollen keinen Ärger. Hunde sind sehr soziale Tiere, die Streit in ihrem engen sozialen Umfeld nach Möglichkeit vermeiden. Also geben wir ihnen die Chance zu erkennen, welches Verhalten wir uns von ihnen wünschen.

Egal ob ihr an einem Problemverhalten arbeitet oder ob schon alles gut klappt: Denkt daran, gutes Verhalten nie als selbstverständlich zu betrachten, sondern euren Hund dafür zu loben. Ihr werdet sehen, dass er es in Zukunft öfter zeigen und eure gegenseitige Verbundenheit daran wachsen wird.

Und vergesst natürlich auch die zweibeinigen Familienmitglieder nicht: Auch die freuen sich immer über ein paar freundliche Worte.

🙂

(Inga Jung, erstmals veröffentlicht im Newsletter August 2012)